Samstag, 9. Oktober 2021

Western in Anthologien

Geschichten  aus dem Wilden Westen waren /sind nicht nur in Romanform sondern auch als Kurzgeschichten populär. Besonders im englischsprachigen Raum wurden zahllose Kurzgeschichten zunächst in Pulp Magazines veröffentlicht. Später kamen vermehrt Anthologien als Taschenbücher bzw. Hardcover auf den Markt, in denen so manche literarisch wichtige Westernstory einen neuen Abdruck erlebte. Leider gibt es auch viele Short Stories, die mehrfach anthologisiert wurden. Dies ist für heutige Sammler nicht unbedingt erfreulich, da man ja nicht unbedingt Dubletten in seiner Sammlung haben möchte, aus der Sicht der Herausgeber solcher Anthologien aber sehr verständlich, wollte man den Konsumenten doch gute, interessante und spannende Texte bieten.

Penguin 654 (1947)
Im englischsprachigen Raum finden wir so z.B. bei etlichen Taschenbuchverlagen seit den 1940er Jahren Anthologien, daneben Sammlungen in gediegener Ausstattung als Hardcover ,z. B. von Jon Tuska herausgegeben, oder auch in jüngerer Zeit weitere Veröffentlichungen, die teils Werke eines bestimmten Verfassers oder aus einem speziellen Magazin stammende Geschichten bieten.

Im deutschsprachigen Raum erschienen erste gebundene Sammlungen mit (zumeist amerikanischen) Geschichten seit den 1950er Jahren und später auch als Paperback (z.b. innerhalb der Reihe 'Heyne-Anthologien) bzw. Taschenbuch (u.a. bei Heyne, Ullstein oder in jüngster Zeit bei Apex / Romankiosk).

Auf dem WesternBuchregal - WesternBookshelf sind einige Anthologien gelistet. (Karl Jürgen Roth)

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Neues

NEWS - Im Blog ACTORS IN WESTERN MOVIES gibt es neue Einträge zu Schauspielerinnen, die einst in Western spielten. - News

Dienstag, 5. Oktober 2021

Western im Jugendbuch

Der Popularisierung des Western dienten auch Veröffentlichungen für junge Leser. Neben fiktionalen Texten finden sich hier auch Publikationen, die eher den Charakter von Jugendsachbüchern hatten. 

So erinnere ich mich für den deutschen Sprachraum z.B. an Sammelbilderalben von Stephen Tanner (d. i. Rudolf D. Habisreutinger) Fremde Welt in ferner Wildnis, von Christopher S. Hagen (d. i. Heinz-Josef Stammel) Geschichten aus dem Wilden Westen oder die Filmbilderalben zu den beliebten Karl May-Verfilmungen. 

In Großbritannien wurde 1955 gleichfalls ein Stickeralbum von Irwin Shapiro über das Leben der Cowboys auf den Markt gebracht, welches mit 48 farbigen einzuklebenden Bildchen sowie Zeichnungen von Hans H. Helweg versehen war (siehe: https://jugendbuchregal.blogspot.com/2021/10/05-01.html). (Karl Jürgen Roth)

Montag, 4. Oktober 2021

Literature

 

SEKUNDÄRES


E. Maurice SPEED
The Western Film and T.V. Annual [1958]
[Compiled and edited by ...]

London: Macdonald & Co (Publishers) Ltd. 1958 (ca. 96, durchgängig sw-Illustrationen)




VintageWestern

Das Magazin SUPER WESTERN war in den 1950er Jahren ein ambitionierter Versuch in Frankreich, Geschichten aus den amerikanischen Pulp-Magazines zu veröffentlichen. Der gezeigte Sammelband, Nr. 2 (Cover-Illustration: Jef de Wulf) enthielt drei 1954 erschienene Ausgaben des Magazins, die jeweils einen Umfang von 84 Seiten hatten. Enthalten ist u.a. ein Roman von George C. Appell, der hier als George A. Appell aufscheint.

Wie viele Ausgaben von SUPER WESTERN insgesamt auf den Markt kamen, ist mir nicht bekannt.

Sonntag, 3. Oktober 2021

Literature

 

SEKUNDÄRES (Slit)

Jim KITSES - Horizons West

Goldrausch in Kalifornien

Art: Mian Situ

Mitte des 19. Jahrhunderts kam es nach ersten Goldfunden in Kalifornien zu einem Run goldgieriger Abenteurer in die entstehenden Minendistrikte. Berichte über Erlebnisse und angeblich sagenhafte Funde der Goldschürfer erschienen schon bald in Zeitungen und Magazinen, teils von mehr oder phantasievollen Illustrationen begleitet. 

Schon bald wurde der Goldrausch auch Thema literarischer Texte. Friedrich Gerstäcker, der selbst die Goldfelder besuchte, veröffentlichte nach seiner Rückkehr in Deutschland u.a. den Roman GOLD und die Sammlung CALIFORNISCHE SKIZZEN. Schon während seines Aufenthalts in Kalifornien hatte er Korrespondenzberichte für Cottas Zeitungen geschrieben. Später machte dann Bret Harte den kalifornischen Goldrausch zum Hauptthema seiner gern gelesenen (auch in deutscher Übersetzung erschienenen) Kurzgeschichten.

Hinzu kamen Lieder über den Goldrausch, weitere Illustrationen oder Gemälde und bis heute viele Romane oder Erzählungen. europäischer oder amerikanischer  Seit dem 20. Jahrhundert war 'Gold in Kalifornien' auch ein Thema für die entstehende Filmindustrie. So berichtete z.B. Luis Trenker in seinem bemerkenswerten Western DER KAISER VON KALIFORNIEN vom Schicksal J. A. Sutters. 

Als Kuriosum sei noch angemerkt, dass selbst in der DDR 1957 mit Benno Voelkners IM TAL DES ZORNIGEN BACHES (s. links) ein Goldrausch-Western erschien. (Karl Jürgen Roth)






Samstag, 2. Oktober 2021

Westernmarkt in Deutschland

Im Herbst 2021 erscheinen bei den Publikumsverlagen Bastei und Kelter nach wie vor Western als Romanhefte oder Ebook. Fast immer handelt es sich dabei um Texte deutschsprachiger Autoren, die zumeist unter Pseudonym veröffentlicht werden. Neben den teils x-ten Neuausgaben der seit Jahrzehnten bekannten Autoren, erscheinen bei Bastei auch neue Romane, z. B. innerhalb der Serie LASSITER.

Ebooks gibt es von verschiedenen oft kleinen Verlagen. Auch hierbei herrschen die Neuausgaben älterer Romanhefte, Leihbücher oder Taschenbücher deutscher Verfasser vor. Der ambitionierte Versuch des Münchener Apex-Verlages Western bekannter amerikanischer Autoren(, die zuvor auch hierzulande schon erschienen waren), in durchgesehenen und teils mit ausführlichen Nachworten versehenen Neuausgaben als Ebook, Taschenbuch bzw. Hardcover wieder auf den Markt zu bringen, muss als gescheitert angesehen werden. Immerhin sind hier einige Klassiker u. a. von Zane Grey, Max Brand, Ernest Haycox oder Clay Fisher/Will Henry nochmals erschienen.

Bei Ebooks und teils auch bei Taschenbuchveröffentlichungen ist leider die Tendenz festzustellen, dass nicht besonders überzeugende Romane neu aufgelegt werden. Hierbei nutzen manche Verleger bewusst Verschleierungstaktiken, so werden Texte oft mit veränderten Verfasserangaben oder Titeln versehen und teilweise neuen Namen der handelnden Personen versehen. Dies ist ärgerlich, wenn auch teilweise aus rechtlichen Rücksichtsnahmen notwendig. Wenn zudem allerdings im Impressum solcher Veröffentlichungen nicht explizit auf die Originalausgaben hingewiesen wird, dann handelt es sich hier um eine Frechheit. Das Verbot des antiquarischen Weiterverkaufs von Ebooks ist zudem dem wirtschaftlichen Erfolg der Western-Ebooks letztlich nicht zuträglich. Diese Praxis sollte überdacht und baldmöglichst verändert werden.

Viele Ebooks werden auch als Taschenbuchausgaben (z. B. bei Apex / Romankiosk oder Edition Bärenklau) angeboten. Im Taschenbuchbereich finden sich gleichfalls viele Wiederveröffentlichungen älterer Texte aber erfreulicherweise auch einige neue Texte. So mancher Autor versucht sich nach wie vor am Western, wobei die Qualität der vorgelegten Bücher durchaus schwankend ist. Neben lesenswerten Werken, wie sie z. B. Alfred Wallon zuletzt im Blitz-Verlag vorgelegt hat, steht so manches, was nicht weiter erwähnenswert ist.

Insgesamt stellt der Western in Deutschland ein Nischenprodukt dar. Die erzielten Auflagen sind niedriger als früher, die Anzahl der Romanheftreihen ist weitaus geringer und die Praxis mancher Kleinverlage möglichst viele Texte egal welcher Qualität auf den Markt zu werfen, um so das Problem von Kleinstauflagen zu verringern, ist wirtschaftlich gesehen zwar in Ordnung, sollte aber im Interesse der Westernliteratur überdacht werden. (Karl Jürgen Roth)